Nachhaltig reisen, sanfter Tourismus oder Ökotourismus, sind Themen, die mir immer präsenter werden. Wie aber kann man seinen Urlaub so gestalten, dass er möglichst im Einklang kultureller, ökologischer und sozialer Gesichtspunkte steht?

Was ist nachhaltiger Tourismus?

Nachhaltiger Tourismus vereint meiner Meinung nach im wesentlichen drei Aspekte:

Der Begriff beschreibt im Grunde, dass man als Reisender eine besondere verantwortungsvolle Rolle einnimmt.

Eine Rolle, in der man die Gegebenheiten vor Ort zu wahren und zu schützen versucht, um einen möglichen Schaden an Mensch und Natur zu minimieren.

Warum ist nachhaltiges Reisen so wichtig?

Weil wir uns, der Natur und all den anderen Menschen auf der Welt eine Verantwortung tragen.

Um nur zwei Themen zu nennen:

Mit jedem Flug tragen wir aktiv an der Produktion umweltschädlichem CO2 bei.

Mit jedem billigen All-Inclusive Urlaub, setzen wir die lokale Wirtschaft stark unter Druck. Wir verleiten Hotelbesitzer dazu, Angestellte unfair zu bezahlen. Es müssen günstige Nahrungsmittel gekauft, die entsprechend produziert werden. Der an einem Ort produzierte Müll, muss entsorgt werden, was aber kaum geht, da wir A.: Zu viel davon hinterlassen und B.: Zu wenig Geld übrig bleibt, um in eine lokale Abfallwirtschaft zu investieren.

Das lässt sich vor allem in Thailand beobachten.

Ein Traumreise-Ziel für jährlich 34 Millionen Besucher, die sich hauptsächlich an den südlichen Inselstränden versammeln.

Natürlich sind nicht nur Europäer unter den Urlaubern.

Wie ich selbst erfahren habe, sind es vermehrt asiatische Urlauber, die sich an Stränden und Sehenswürdigkeiten tummeln.

Wir als wohlhabende Europäer, die sich Flugreisen und Urlaube für mehrere tausend Euro in Länder leisten, in denen eine ganze Familie mehrere Monate mit diesem Geld überleben könnte, können aber meiner Meinung nach eine entsprechende Vorbildfunktion einnehmen.

Schließlich könnten wir sie uns leisten. Wir sind gebildet, wissen uns zu informieren und können uns frei entscheiden und entsprechend handeln.

Uns stehen alle Werkzeuge zur Verfügung, die man für einen positiven Impact benötigt.

Aber warum ist nachhaltiges Reisen meiner Meinung nach nun so wichtig?

Aus genau den genannten Gründen:

Nachhaltig Reisen bedeutet auch das man vor Ort möglichst ökologisch unterwegs ist. Hier zum Beispiel fahre ich mit dem Rad die Umgebung von Luang Prabang erkunden.
Gewöhnungsbedürftiger Verkehr wenn man auf der Hauptstrasse fährt. (Umgebung Luang Prabang, Laos)

Wenn du weitere Ideen hast, warum nachhaltiges Reisen wichtig ist, dann lass sie mich in den Kommentaren wissen.

10 Tipps zum nachhaltigen Reisen

Auf meinen vergangenen Trips ist mir immer mehr bewusst geworden, wie wichtig es ist, sich möglichst sanft und nachhaltig durch ein vorher fremdes Land zu bewegen.

Vielleicht liegt es auch daran, das ich älter geworden bin und mich mittlerweile mehr für nachhaltige Themen interessiere, als für Saufurlaube auf Mallorca.

Vor jedem Urlaub sollte man sich aber folgende Fragen stellen:

Tipp 1: Urlaubsziel auswählen

Muss ich für diesen Urlaub wirklich um die halbe Welt fliegen oder kann ich das auch in der Nähe erleben? Muss man für zwei Wochen Sonne-und-Strand-Urlaub wirklich in die Dominikanische Republik, wenn man eh kein Interesse daran hat, das Hotel zu verlassen?

Tipp 2: Dauer des Urlaubs

Die meisten Schadstoffe werden auf dem Weg zum Urlaubsort verursacht. Man könnte dann doch auch lieber drei Wochen in Indien verbringen, als nur zwei? In zwei Wochen schafft man es eh kaum, entspannt Land und Leute kennen zu lernen.

Tipp 3: Bus, Bahn oder Flugzeug

Wie erreicht man den Urlaubsort möglichst umweltfreundlich? Mit dem Flugzeug nach Salzburg in den Skiurlaub ist möglich, tut aber eigentlich nicht not. Eine Bahnfahrt dauert zwar länger, weißt aber eine sehr viel geringere CO2 Belastung aus, als ein Flug. Und wenn man es genau nimmt: Bahnfahren ist gar nicht so übel.

Tipp 4: Gepäck

Reicht auch Handgepäck? Für’s Backpacking durch Südostasien benötigt man definitiv keinen 60L Rucksack. Ich weiß wovon ich spreche. *Zwinkersmiley

Tipp 5: Unterbringung

Warum nicht lieber in familiengeführten Hotels oder Gästehausern übernachten? Wenn Homestays angeboten werden, dann ist das auch eine tolle Alternative um „das echte Leben“ besser kennen zu lernen. Außerdem lernt man andere Reisende viel eher kennen, als nur ein müdes „Hallo“ am Frühstückstisch.

Tipp 6: Essen

Warum nicht mal das kleine Restaurant an der Straße ausprobieren, in dem so viele Einheimische essen? Man lernt viel über die Menschen, wenn man zwischen oder mit ihnen isst. Außerdem hilft es den Familien, die die Restaurants betreiben. Vielleicht ist es genau dein Urlaubsaufenthalt, der dafür sorgt, dass das Mädchen der Familie endlich zur Schule gehen kann?

Tipp 8: Einkaufen

Muss es wirklich das 1-Dollar Souvenir sein? Es gibt so viele Alternativen, die sich wirklich mehr lohnen, als ein in China produzierter Kühlschrank-Magnet.

Ich bringe zum Beispiel gerne fair gehandelten Kaffee oder Tee aus dem Urlaub mit, da man häufig die Möglichkeit hat, direkt vom Erzeuger zu kaufen.

Tipp 9: Unternehmungen

Ok. Bier trinkend den Fluss in Vang-Vieng runtertreiben ist witzig, aber die Wanderung durch den Urwald kann man doch mit einem lokalen Führer unternehmen, oder?

Tipp 10: Transport

Hier muss ich mich zwar immer selbst überwinden, aber mit den Öffentlichen die Welt zu erkunden, macht tatsächlich mehr Spaß, als in einem Taxi von A nach B zu gondeln. Warum nicht ausprobieren? Wenn man Fragen hat und nicht weiterkommt, gibt es auch (fast) immer einen Mitfahrer, der Englisch sprechen kann. Das ist bei Taxi- oder TukTuk-Fahrern nicht immer der Fall. Außerdem trifft man immer mal wieder neue Gesichter. 🙂

Fazit zum nachhaltigen Reisen

Mir ist ein langer Urlaub lieber, als 4 kurze Städtetrips. Natürlich sind auch die interessant, aber so wirklich etwas über die Stadt oder das Land erfährt man kaum.

Ich reise gerne in ferne Länder. Es erweitert mein Bewusstsein für viele Dinge ganz anders, als wenn man sie bei YouTube sieht.

Auf vergangenen Reisen ist mir aber häufig aufgefallen, wie sehr der Tourismus an einigen Orten zugenommen hat. An Orten, die für diese Menge an Menschen gar nicht ausgelegt sind.

Das gibt mir schon sehr zu bedenken, weshalb ich mir auch immer die oben genannten Fragen stelle.

Ich glaube, man kann auch weiterhin in den Urlaub fliegen. Die Entscheidung dazu, sollte aber viel bewusster gefällt werden.

Und wenn man sich dann dazu entschließt, sollte man immer versuchen möglichst respektvoll und nachhaltig mit den Menschen und der Natur vor Ort umzugehen.

Oder was meinst du?

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10 Tipps für nachhaltiges Reisen. Mit einem davon, lernst Du vielleicht auch den kleinen, flauschigen Kerl kennen, den man auf dem Bild sehen kann. #nachhaltigesreisen #ökotourismus #fairreisen

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Februar 26, 2019

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