Was bedeutet Slow Coffee, was hat das mit fair gehandeltem Kaffee zu tun und wie hilft er positiv in den Tag zu starten?


Erstmal (m)einen Kaffee

Ahhh, Kaffee.

Es geht nicht ohne. Auch während ich diesen Text schreibe, steht neben mir ein Becher heißen Genusses. Mild, fruchtig, mit einem Schuss Milch.

Meine bevorzugte Brühmethode ist ein ein simpler Handfilter.

Es gab schon mal Zeiten, in denen ich Stolz auf meine Senseo Pad-Maschine war.

Im Vergleich dazu schmeckt mein Handfilterkaffee jedoch um Längen besser – und jedes mal, wenn ich eine Pad-Maschine bei Freunden entdecke, läuft mir ein bitterer Schauer die Kehle den Rücken hinunter.

Mein Kaffeeverbrauch liegt täglich bei 2-3 Bechern.

Den ersten Filter- oder Slow Coffee bereite ich mir am Morgen vor. Noch bevor ich zur Arbeit gehe.

Eine Routine, die ein wenig an Meditation erinnert – denn sie benötigt Zeit und eine gewisse Sorgfalt.

Slow Coffee heißt guter Kaffee

Slow Coffee ist ein Bestandteil der Slow Food Bewegung.

Eine Gegenbewegung zum sich in den 80ern stark verbreitenden Fast-Food, bei dem alles darauf ausgelegt war, schnell und billig zur Verfügung zu stehen.

Das spiegelte sich auch in der Kaffeezubereitung wieder.

Kaffee sollte möglichst schnell aufgebrüht werden, damit man möglichst schnell wach wurde.

Das Erschmecken von Aromen, der Genuß und das sich damit verbundene „sich Zeit lassen“, wurde vergessen.

Zum Glück ist dieses Bewusstsein wieder gewachsen – auch bei mir.

Was benötigt ein Slow Coffee?

Zur Slow Food Bewegung gehört es auch, dass man ein Bewusstsein für seinen eigenen Konsum entwickelt.

Man achtet darauf, woher die Lebensmittel stammen, wie sie produziert wurden und welchen ökologischen und nachhaltigen Impact ihr Genuß hinterlässt.

Das trifft natürlich auch auf den Kaffee zu.

Aus diesem Grund sollte man sich für einen fairen, nachhaltigen Kaffee entscheiden, der im Herkunftsland einen positiven Impact hinterlässt.

Um Müll zu vermeiden, kannst du, je nach Brühmethode, einen wiederverwendbaren Filter einsetzen.

Ich benutze z.B. diesen Kaffeefilter aus Edelstahl*, der zwar nicht immer zu 100% durchläuft, aber dafür auswaschbar ist, wodurch ich keine Filtertüten mehr verbrauche.

Wenn man zusätzlich seinen alten Kaffeesatz nicht nur kompostieren will, hat man auch die Möglichkeit einen Speisepilz darin zu züchten*.

Man sieht also, dass es bei der Slow Coffee Zubereitung darum geht, möglichst ökologisch, nachhaltig und bewusst seine Zutaten und Hilfsmittel zusammen zu stellen und zu benutzen.

Meine 4 Schritte für richtig guten Slow Coffee am Morgen

Für mich sieht diese bewusste Kaffeezubereitung so aus:

Schritt 1: Ich nehme mir Zeit.

Ja, ich weiß. Niemand mag gerne früher aufstehen als nötig, aber es sind nur 10-15 Minuten, die man schlaftrunken und ungestört in der Küche werkeln kann.

Schritt 2: Ich mahle frisch.

Die richtige Menge Kaffeebohnen abwiegen, in die Mühle geben und malen.

Wer es sich zutraut, benutzt die Handmühle und schaut dabei müde aus dem Fenster – wer weniger Zeit hat und keine Kraft im Arm, kann auch eine elektrische Kaffeemühle nutzen.

Bei mir ist es eine Mischung aus beidem. Selber mahlen finde ich häufig sehr müßig. Da muss ich ehrlich gestehen, dass ich hier gerne auf die „schnellere“ Variante setze.

Bei meiner Hand-Kaffeemühle* habe ich darauf geachtet, dass sie ein Mahlwerk aus Keramik besitzt, weil es härter und das Ergebnis gleichmäßiger ist.

Ich bin auf jeden Fall sehr zufrieden mit ihr, da sie sich auch einfach sauber machen lässt.

Schritt 3: Ich gieße auf.

Beim Aufgießen kommt es auf vier Dinge an: Auf die richtige Temperatur des Wassers, den Mahlgrad, die Menge des Kaffeepulvers und die Art des Aufgießens.

Das Wasser sollte eine Temperatur zwischen 92 und 96 Grad haben.

Den Mahlgrad sollte man der Kontaktzeit anpassen. Je kürzer diese ist, desto feiner sollte das Pulver sein. Da mein wiederverwendbarer Filter relativ schnell durchläuft, ist mein gemahlenes Kaffeepulver auch recht fein. Hier muss man selber etwas rumprobieren.

Die Menge des Kaffees entscheidet auch über den Geschmack. Meine Faustregel an der ich mich orientiere: 60g Kaffee auf 1.000ml Wasser.

Die Art des Aufgießens kann sich auch unterscheiden. Ich übergieße das Pulver erst ein wenig mit heißem Wasser und lasse es etwas quellen. Das begünstigt die Geschmacksextraktion im Anschluss, wenn das restliche Wasser kreisförmig über das Kaffeepulver gegossen wird.

Schritt 4: Ich setze mich hin

Ok – das ist jetzt nicht wirklich ein notwendiger Schritt, aber ich bin der Meinung, dass man seinen Kaffee sitzend genießen sollte. 🤓

Dabei lese ich ein paar Nachrichten oder höre Radio und der Tag kann entspannt beginnen.

Fazit zum Slow Coffee

Slow Coffee ist im Grunde eine Maßnahme um zu entschleunigen.

Man nimmt den Vorgang der Kaffeezubereitung bewusst wahr und denkt auch im Vorwege über das Nahrungsmittel nach.

Ich glaube, dass diese Art eines handgemachten Kaffees auch besser schmeckt, als ein Kaffee aus einem Vollautomaten oder einer Kapselmaschine.

Für mich ist es auf jeden Fall eine schön Möglichkeit sich bewusst mit dem Kaffee auseinander zu setzen, etwas mehr darüber zu lernen und Unterschiede wahr zu nehmen.

Probiere es gerne mal aus!

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Warum und wie du auf Slow Coffee umsteigen kannst, erfährst du in diesem Beitrag von flocial.de
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Anmerkungen

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März 1, 2019

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