Warum ich mir ein neues, mobiles Girokonto bei der Tomorrow Bank eingerichtet habe und was meine bisherigen Erfahrungen damit sind. (Stand: 09/2019)

Über Geld spricht man nicht. Das sollte sich ändern.

Das erste mal habe ich Mitte 2018 von der Tomorrow Bank gehört. Ich war auf der Suche nach einem Job mit Sinn und habe mich durch die Hamburger Start-up Szene recherchiert.

Die Bank steckte zu dem Zeitpunkt in seiner Beta-Test Phase, bei der einige hundert Interessierte die ersten echten Bezahlvorgänge durchführten, Feedback an die Entwickler gaben und damit den Grundstein für das legten, was ich im Moment nutzen kann.

Zu dieser Zeit musste man sich noch in eine Warteliste eintragen, die nach und nach abgearbeitet wurde, damit das Start-up nicht plötzlich mit 100.000 neuen Kunden hantieren muss, ohne auf die wesentlichen Dinge vorbereitet zu sein.

Bei mir hat das Warten knapp 4 Monate gedauert, bis ich meinen persönlichen Einladungscode erhalten habe. Eine recht lange Zeit, aber…

…es hat sich durchaus gelohnt.

Was will die Tomorrow Bank sein?

Für mich steht die Tomorrow Bank für die Verknüpfung von moderner Technologie und der Sicherheit, dass mein Geld ausschließlich für nachhaltige und ökologische Projekte und Investitionen verwendet wird.

Während es bei „normalen Banken“ teilweise sehr schwierig oder gar nicht möglich ist zu erkennen, was mit dem eigenen, dort verwarten Geld finanziert wird, verfolgt die Tomorrow Bank einen positiv transparenten Ansatz, der mir gut gefällt.

Technisch orientiert sich das Konto an modernen Fintech-Unternehmen wie N26 oder Revolt. Der Fokus liegt auf einer übersichtlichen Gestaltung, gutem Design sowie einfacher und vor allem Smartphone-optimierter Bedienung.

In dieser Kombination kann man durchaus von einer „Bank von morgen“ sprechen. Sowohl technisch als auch gesellschaftlich.

Für mich der ausschlaggebende Grund, warum ich dem Start-up eine Chance gegeben habe.

Außerdem war die Einrichtung des Kontos super einfach.

Einrichtung und Aufladung

Bisher habe ich noch keine solche Erfahrungen mit einer Bank gemacht.

Vom Erhalt des Einladungscodes bis zur Einrichtung des Kontos sind nur ca. 10 Minuten vergangen:

Ein paar Tage später kam die Kreditkarte von Mastercard und ich konnte loslegen.

Mittlerweile handelt es sich nicht mehr um eine Master- sondern um eine Visacard. Tomorrow hat diese Umstellung in seinem Blog damit begründet, dass Visa als Technologiepartner sehr viel weiter fortgeschritten ist, und man dadurch schneller auf neue Trends reagieren kann.

Für mich als Mastercard-User ändert sich jedenfalls nichts. Meine Karte bleibt weiter gültig – wenn ich sie umtauschen möchte, würde mich das 10 Euro kosten. Das lass ich aber mal.

Die App der Tomorrow Bank.

Die App, die ich auf meinem iOS Gerät benutze, gefällt mir sehr gut. Sie ist reduziert und beschränkt sich auf die wesentlichen Dinge.

Mobiles Bezahlen im Alltag

Bargeldloses Bezahlen finde ich verlockend. Natürlich kann man auch hier kritisch hinterfragen, ob das wirklich Not tut – vor allem wenn es um die Themen Datenhoheit, Datenzentralisierung, Personalisierung oder Nachverfolgung geht.

Vor einiger Zeit wurde z.B. darüber berichtet, dass sich Google den Zugriff auf die Kundendaten von Mastercard gesichert hat, um sich wahrscheinlich ein genaueres Bild von Offline-Einkäufen seiner Kunden machen zu können.

Diese Entwicklungen kann man gut heißen oder nicht. Im Moment gehören sie jedoch zum täglichen Leben dazu.

Genau wie mit der bewussten Entscheidung, sein Leben nachhaltiger zu gestalten, sollte man sich auch immer darüber bewusst sein, was bei einer persönlichen (Online-)Anmeldung mit den eigenen Daten passiert.

Unabhängig davon ist mir jedoch aufgefallen, dass mobiles Bezahlen – und generell „Bezahlen mit Karte“, nicht so verbreitet ist, wie man denkt.

Andere Länder wie z.B. Schweden, wo ich vor einigen Wochen war, sind hier sehr viel weiter.

Selbst den Kaffee für 3,50 Euro kann man beim Bäcker mit Karte zahlen. Bargeld ist fast kaum noch aufzutreiben.

Hier in Hamburg wird man jedoch teilweise schräg angeguckt, wenn man KEIN Bargeld dabei hat.

Mittlerweile, also seit Mitte April 2019, wohne ich in Berlin. Hier ist alles ein bisschen anders und ich habe mich tatsächlich recht schnell daran gewöhnt, (fast) alles mit Karte zahlen zu können.

Bezahlen im EU-Ausland

Genauso erging es mir in meinem Urlaub in der französischen Provence.

Sogar auf dem regionalen Markt konnte man seinen Gemüseeinkauf mit Karte bezahlen – direkt am Stand. Der Bauer (ich nehme aus romantisierenden Gründen einfach mal an, dass es der Bauer war) hat mir nur sein Kartenlesegerät entgegen gehalten, kurz die Tomorrow Karte daran gehalten und schon waren seine Äpfel bezahlt.

Da die Zahlung mit Karte im EU-Ausland auch kostenfrei ist, habe ich das mit ruhigem Gewissen regelmäßig in meinem zweiwöchigen Urlaub gemacht und absolut keine Probleme damit gehabt.

Mein Fazit zur Tomorrow Bank

Trotz der noch fehlenden Infrastruktur zum bargeldlosen Bezahlen, habe ich es bisher noch nicht bereut, ein Konto bei der Tomorrow Bank zu eröffnen.

Alles hat reibungslos geklappt.

Die Benachrichtigung, die ich nach jedem Kauf auf mein Telefon bekomme, finde ich super.

Auch die Möglichkeit, ständig den Überblick über meine Ausgaben zu haben, gefällt mir gut.

Mit jeder Bezahlung unterstütze ich ein Waldschutzprojekt in Brasilien, bei dem „knapp 178.000 Hektar des Amazonas Regenwaldes vor Abholzung bewahrt werden.“

Dies geschieht mit der sogenannten Interchange Fee, die bei jedem Bezahlvorgang vom Händler gezahlt werden muss und maximal 0.3% des Umsatzes beträgt.

Vor Tomorrow hatte ich noch nie etwas von der Gebühr gehört.

Normalerweise behalten Banken diese Gebühr für sich ein.

Die Tomorrow Bank nutzt sie jedoch, um damit nachhaltige und ökologische Projekte zu unterstützen.

Ganz in meinem Sinne um die Welt mit meinem Verhalten ein kleines bisschen besser zu machen.

Und warum nicht auch mit meinem (Kaffee-)Konsum und meinem Geld?

Weiterführende Informationen

Einfach mal direkt bei Tomorrow vorbeischauen. Hier sind sehr gute FAQs hinterlegt, die eigentlich fast jede weitere Frage beantworten können: Support & FAQ

Eine wirklich informative Quelle um sich über nachhaltige Geldanlagen zu informieren, ist die Webseite „Geld bewegt“ der Verbraucherzentrale: Geld bewegt

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September 1, 2019

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